Neue Entwicklungen bei der Antistigma Kampagne

Nachdem Anfang des Jahres 2011 mehrere Treffen stattfanden, an denen nur Menschen mit Psychiatrieerfahrung teilnahmen, (bei einem Treffen davor hatte es vor Allem zwischen teilnehmenden Profis und den Psychiatrieerfahrenen sehr kontroverse Diskussionen gegeben),
hat uns das dazu veranlasst zu überdenken, wie unterschiedlich die Beweggründe für eine Antistigmakampagne sind.

Aus jedem Blickwinkel gibt es andere Anliegen, so sorgen sich Dienste um zu hohe Schwellen, möchten diese abbauen und möchten aus fachlicher Sicht aufklären. Bei der fachlichen Aufklärung und in der Art und Weise, wie sich Profis und Dienste nicht entbehrlich machen und hauptsächlich für das leibliche Wohl ihrer Nutzer sorgen, werden Betroffene besonders mit dem Stigma der Unheilbarkeit belegt, die, die es geschafft haben, werden selten berücksichtigt, und sie werden nicht selten als Ausnahme deklariert.

Auch Angehörige haben andere Anliegen als das Fachpersonal, teilweise ähnlich wie die Betroffenen, sie sind aber häufig mit "allzu" selbstbewusstem Auftreten der Erfahrenen überfordert und begegnen dem mit Skepsis. Es ist deutlich geworden, dass die Menschen, die selbst betroffen sind in der Runde wesentlich selbstbewusster auftraten, als man dies von früheren Kampagnen gewohnt war.

Um wirklich produktiv und auf neuen Grundlagen kooperativ sein zu können, müssen diese Unterschiede beachtet und sorgsam betrachtet werden. Sie sollten nicht aufgelöst werden, sondern mit Respekt anerkannt werden und nebeneinander stehen können.

Alle drei Gruppen stigmatisieren auf ihre Art wiederum den Rest der Gesellschaft, dies sollte man auch mal bedenken.

Wir trauen und muten allesamt der Gesellschaft zu wenig zu, im Hinblick auf die Fähigkeit zu Integration und  Inklusion von Menschen mit psychischen Problemen.

LebensART und der APK arbeiteten in der Zwischenzeit intensiv weiter zusammen, demnächst laden wir wieder zu Antistigma Treffen ein.

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